FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Wie viel Eigenkapital sollte ich für eine Baufinanzierung einbringen?
Es wird empfohlen, mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital bereitzuhalten. Ein höherer Eigenkapitalanteil verbessert die Kreditkonditionen, senkt die monatlichen Raten und reduziert die Zinskosten. Manche Banken bieten jedoch auch Finanzierungen mit geringerem oder ganz ohne Eigenkapital an, wenn die Bonität entsprechend gut ist.
2. Ist eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital möglich?
Ja, einige Banken finanzieren auch 100 % oder sogar 110 % des Kaufpreises. Allerdings sind solche Kredite mit höheren Zinsen verbunden und erfordern eine besonders gute Bonität sowie ein sicheres Einkommen. Zudem sollten Kreditnehmer beachten, dass Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notarkosten meist nicht mitfinanziert werden.
3. Welche zusätzlichen Kosten entstehen neben dem Kaufpreis?
Beim Immobilienkauf fallen neben dem Kaufpreis weitere Kosten an, darunter:
- Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 %)
- Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5 % bis 2 %)
- Maklerprovision (sofern ein Makler beteiligt ist, bis zu 7,14 %)
- Eventuelle Renovierungs- und Umzugskosten
Diese Kosten müssen meist aus Eigenmitteln bezahlt werden, daher sollte dies frühzeitig eingeplant werden.
4. Welche Darlehensarten gibt es für die Baufinanzierung?
Die gängigste Finanzierungsform ist das Annuitätendarlehen, bei dem die monatliche Rate über die Laufzeit konstant bleibt. Weitere Möglichkeiten sind:
- Volltilgerdarlehen: Der Kredit wird innerhalb der Zinsbindung vollständig zurückgezahlt.
- Endfälliges Darlehen: Während der Laufzeit werden nur Zinsen gezahlt, die Tilgung erfolgt am Ende in einer Summe.
- Bauspardarlehen: Eine Finanzierung in Kombination mit einem Bausparvertrag.
Welche Darlehensart am besten geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.
5. Was ist die Zinsbindung und welche Dauer ist sinnvoll?
Die Zinsbindung legt fest, für welchen Zeitraum der Zinssatz unverändert bleibt. Üblich sind 5, 10, 15 oder sogar 30 Jahre. Eine längere Zinsbindung kann sich besonders in Zeiten niedriger Zinsen lohnen, um sich günstige Konditionen langfristig zu sichern.
6. Gibt es staatliche Fördermöglichkeiten für Baufinanzierungen?
Ja, es gibt verschiedene staatliche Förderprogramme, darunter:
- KfW-Förderkredite (z. B. für energieeffizientes Bauen)
- Wohn-Riester (staatliche Zulagen für Immobilien als Altersvorsorge)
- Regionale Förderprogramme (abhängig vom Bundesland oder der Kommune)
Ob eine Förderung infrage kommt, sollte frühzeitig geprüft werden.
7. Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?
Nach Ende der Zinsbindung bleibt meist eine Restschuld bestehen, die über eine Anschlussfinanzierung weiterfinanziert werden muss. Dabei kann entweder ein neuer Vertrag mit der bisherigen Bank abgeschlossen oder eine Umschuldung zu einer anderen Bank durchgeführt werden. Ein frühzeitiger Vergleich der Angebote ist sinnvoll, um günstigere Konditionen zu erhalten.
8. Welche Unterlagen benötige ich für eine Baufinanzierung?
Für die Kreditprüfung benötigen Banken in der Regel folgende Unterlagen:
- Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen oder Steuerbescheide bei Selbstständigen)
- Nachweise über Eigenkapital
- Kaufvertrag oder Exposé der Immobilie
- Selbstauskunft zu bestehenden Krediten und finanziellen Verhältnissen
Ein vollständiger Antrag kann die Bearbeitungszeit deutlich verkürzen.
9. Sind Sondertilgungen möglich?
Viele Baukredite bieten die Möglichkeit von Sondertilgungen, um die Restschuld schneller zu reduzieren. Meist sind Sondertilgungen von 5 % bis 10 % der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr ohne zusätzliche Kosten erlaubt. Die genauen Konditionen sollten bereits bei Vertragsabschluss beachtet werden.
10. Was passiert, wenn ich den Kredit vorzeitig ablösen möchte?
Wer seinen Kredit vorzeitig zurückzahlen möchte, muss unter Umständen eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Diese Gebühr soll die entgangenen Zinsen der Bank ausgleichen. Bei variablen Darlehen oder nach Ablauf von zehn Jahren (nach vollständiger Auszahlung) ist eine Kündigung oft kostenfrei möglich.
11. Welche Rolle spielt die SCHUFA bei der Baufinanzierung?
Die SCHUFA gibt Banken eine Einschätzung über die Kreditwürdigkeit des Antragstellers. Ein guter SCHUFA-Score verbessert die Chancen auf günstige Konditionen. Negative Einträge können die Kreditvergabe erschweren oder zu höheren Zinssätzen führen.
12. Wie beeinflusst die Tilgungsrate meine Finanzierung?
Eine höhere Tilgungsrate bedeutet eine schnellere Rückzahlung des Kredits und weniger Zinskosten über die gesamte Laufzeit. Allerdings steigen dadurch auch die monatlichen Raten. Empfehlenswert ist eine anfängliche Tilgung von mindestens 2 % bis 3 %, um die Laufzeit nicht unnötig zu verlängern.
